Licht nach Bedarf“ – wenn die Straßenlaterne mitdenkt
Shownotes
In Tübingen gibt es an immer mehr Stellen eine Straßenbeleuchtung, die dunkler wird, wenn sie nicht gebraucht wird. Kommt jemand in die Nähe, wird das Licht sofort heller. „Licht nach Bedarf“ heißt das Konzept. Es spart viel Strom, ist gut für Insekten und andere Nachttiere. Tausende Straßenlaternen werden umgerüstet. Fabian Bauer, Teamleiter Straßenbeleuchtung bei den Stadtwerken, erklärt, wie das funktioniert. blog.swtue.de
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00:00:01: Willkommen bei Stadtwerk Fluss, dem Podcast der Stadtwerke Tübingen.
00:00:07: Schau mit uns hinter die Kulissen.
00:00:08: Erlebe spannende Einblicke und aktuelle Geschichten.
00:00:12: Viel Spaß beim Hören!
00:00:14: Heute hört ihr einen Beitrag von Veronica Renkenberger.
00:00:18: am Mikrofon ist Birgit Kremer.
00:00:20: Es geht um unser Projekt Licht nach Bedarf.
00:00:23: wenn die Straßenlaterne mitdenkt Laufen nachts zwei Frauen durch Tübingen.
00:00:29: Auf halbem Weg zwischen Geburtstagsfeier und Kopfkissen sagt die eine zur anderen, sag mal hat dich zu viel Prosecco oder werden hier gerade alle Straßenlaternen hell auf die Welt zulaufen?
00:00:41: Am Alkohol lag es nicht.
00:00:42: Tatsächlich haben die Straßenlattern entlang des Weges ihr Licht extra für die beiden Nachtschwärmerinnen heller gemacht!
00:00:49: Und warum?
00:00:51: Na weil sie's können.
00:00:53: Das ist noch ziemlich neu – intelligente Systeme, die Straßenlaternen miteinander
00:00:58: vernetzen.".
00:00:59: Sie können Licht dimmen und dafür sorgen, dass es nur dort ganz hell ist wo es jemand braucht.
00:01:05: Zuvor konnte Straßenbeleuchtung immer nur entweder oder abends gingen Lampen an morgens aus nachts waren sie gleichmäßig hell.
00:01:14: nun können die Laternen dimmen.
00:01:16: sie geben nur dann Gas wenn tatsächlich jemand in der Nähe ist.
00:01:20: Sensoren machen's möglich.
00:01:22: auch Tübinger Straßenlaternen beherrschen das Dimmen noch nicht lang stellenweise erst seit einigen Monaten Anderswo ein paar Jahre.
00:01:32: Aktuell sind etwa viertausend Einhundert Straßenlaternen im Stadtgebiet mit dem neuen System ausgestattet, von rund elf tausend.
00:01:41: Bei mindestens neuntausen soll die Umrüstung technisch gut funktionieren – da ist noch einiges zu tun!
00:01:48: So soll Strom gespart werden und gleichzeitig soll das Licht für Menschen, Tiere und Umwelt besser funktionieren — mehr nützen weniger Schaden.
00:01:58: Licht nach Bedarf heißt das Konzept.
00:02:01: Licht im öffentlichen Raum wird dadurch sehr flexibel, das ist wirklich neu!
00:02:06: Wie es aussieht lässt sich an vielen Stellen in Tübingen testen – wer's noch nicht gesehen hat?
00:02:11: ab nach Hirschau oder Pfrohendorf zum Nachtspaziergang?
00:02:15: Oder nach Bühl-, Kirchberg-Weilheim, in die Weststadt oder auf den Österreich?
00:02:21: Überall dort läuft Licht einfach mit.
00:02:24: Sobald der Sensor feststellt dass jemand sich nähert werden die Lampen heller.
00:02:29: Sie reagieren auf Menschen, auf Hunde – nicht jedoch auf sowas Kleines wie eine Fledermaus.
00:02:35: Nicht nur eine einzelne Lampe reagiert, vernetzte Leuchten informieren ihre Nachbarn weiter.
00:02:41: vorn wird es auch gleich heller!
00:02:43: Das Licht ist immer da wo gerade jemand läuft.
00:02:47: dazu sagen Fachleute lichttäppig.
00:02:49: Ist man vorbeigelaufen dimmen die Leuchden wieder runter alles ganz sachte damit niemand erschrickt und niemand geblendet wird.
00:02:58: Die neue Technologie hat viele Vorteile.
00:03:00: Hauptvorteil, es wird Strom gespart – viel Strom!
00:03:04: Etwa neunzig Prozent weniger brauchen umgerüstete Lampen im Vergleich zu den Vorgängern.
00:03:09: Das waren meist Natriumdampflampen mit sechzig Watt je nach Netzteil.
00:03:14: Die Umstellung auf moderne LED spart bereits siebzig Prozent ein.
00:03:19: das rechnet Fabian Bauer vor der Teamleiter Straßenbeleuchtung bei den Stadtwerken.
00:03:25: Zusätzlich Siebzehn bis zwanzig Prozent Ersparnis bringt das Dimmen.
00:03:30: Das kann Fabian genau belegen!
00:03:32: In Hirschau sank der Stromverbrauch, der Straßenbeleuchtung nachdem alles komplett umgerüstet war – um siebenundachtzig Prozent.
00:03:41: Zwei-tausendzwanzig brauchte eine Leuchte im Jahr durchschnittlich zweihundertzweiundneinzig Kilowattstunden.
00:03:47: Jetzt sind wir bei neununddreißig so Fabian in Frohndorf fast dasselbe Bild.
00:03:53: Durch Licht nach Bedarf haben wir hier in Tübingen seit Jahrzehnten rund dreihundertundneinzig Tonnen CO² eingespart und pro Jahr etwa eine Million Kilowattstunden Strom.
00:04:07: Nach und nach sollen viele weitere Bereiche in TÜbingen umgerüstet werden, flächendeckend wird es nicht gelingen", sagt Fabian.
00:04:15: Über die Stadt verteilt gibt es so viele verschiedene Arten von Straßenbeleuchtung – Nicht alle eignen sich für eine
00:04:21: Umrüstung.".
00:04:22: Damit man schnell vorankommt, arbeitet das Stadtwerke-Team zuerst jene Areale ab wo viele einheitliche Lampen stehen.
00:04:30: Mühsamer wird es umrüsten dort wo die Lampennlage eher ein Flickenteppig ist oder wo es kompliziertere Lampentypen gibt bei denen sich nicht so gut Sensoren einbauen lassen.
00:04:41: Schwierig bis ganz unmöglich ist dass bei Bodenstrahlern oder Lampem im historischen Look wie in der Altstadt.
00:04:49: Über die können wir nachdenken, wenn wir mit allen anderen durch sind", sagt Fabian.
00:04:53: Das soll etwa bis zum Jahr- und Jahrzehntag so sein.
00:04:57: Die Jahreszahl im Jahr ist kein Zufall.
00:05:00: Sie stammt aus den Anfängen der Kampagne Tübingen Machtblau.
00:05:04: Damals hatte sich die Stadt das Ziel gesetzt, bis zu dem Jahr- oder Jahrzehn-Klimaneutral zu werden – und für viele verschiedene Bereiche Aktionspläne entwickelt auch für die Straßenbeleuchtung.
00:05:15: Zum Jahrzehr hat der Gemeinderat das Thema bearbeitet.
00:05:19: Damals waren erst dreizehn Prozent der leuchten, energiesparende LED.
00:05:23: Der Gemeinderat beschloss?
00:05:25: Die Straßenbeleuchtung soll besonders effizient und kostengünstig werden.
00:05:30: Zugleich soll Licht das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum unterstützen – außerdem gut sein für den Artenschutz!
00:05:36: Die SWT bekam einen Auftrag in einigen Arealen das intelligente Dimmen zu testen, wie man damals sagte.
00:05:44: Hirschau wurde zum Pilotprojekt Ebenso der alte botanische Garten.
00:05:50: Anfangs haben Stadtwergetechniker den Herstellern beim Entwickeln der Systeme zugearbeitet.
00:05:56: Seither kümmert sich eine Arbeitsgruppe um die Umsetzung der Ziele, man trifft sich regelmäßig, um die Fortschritte im Blick zu haben.
00:06:03: Mit am Tisch sitzen neben Fabian und seinen Kollegen auch Fachleute der Stadtverwaltung um Anja-Anetzberger Denn die Straßenbeleuchtung gehört der Stadttübingen.
00:06:12: Betrieben wird sie von den Stadtwerken im Auftrag der Stadt.
00:06:17: Wie läuft nun die Umrüstung ab?
00:06:20: Sie ist gar nicht überall nötig.
00:06:22: In Neubaugebieten wird von Anfang an die neue Technologie verbaut, so auch am Omnibus Bahnhof und im Anlagenpark.
00:06:30: Den Rest von Tübingen arbeiten Fabian und sein Team Stück für Stück ab So oft sie genügend Kapazitäten frei haben Denn Alltagsaufgaben haben sie auch.
00:06:40: Wenn die Stadtwerke ohnehin irgendwo bauen Hängen wir uns dran sagt Fabian.
00:06:44: Getauscht wird zudem, wenn die Beleuchtung sowieso erneuert werden müsste etwa weil Beton oder Stahlmasten alt oder defekt sind.
00:06:53: Kein einziger Lichtpunkt wird vergessen.
00:06:56: dank einer Software mit der Fabian die Straßenbeleuchtungen überwachen und steuern kann auch übers Tablet.
00:07:03: Im zentralen Lichtmanagement System ist jede Straßenlaterne auf ihrer Position im Stadtplan angelegt.
00:07:10: Es gibt Infos zum Status des Leuchtmittels Statistiken zu Bewegungen und Energieverbrauch, Ausfälle lassen sich frühzeitig erkennen.
00:07:18: Und oft verhindern!
00:07:20: Man könnte jede Leuchte einzeln programmieren – auch auf bestimmte Uhrzeiten.
00:07:26: Alle Leuchten bekommen beim Umrüsten ein Modul zur Kommunikation und Steuerung plus Sensoren.
00:07:32: Welcher Sensor wo verbaut wird hängt von der Aufgabe der Leuchте und vom Verkehr ab.
00:07:36: In Wohngebieten verwendet man meist Infrarotsensoren.
00:07:40: Hängt der Sensor nicht allzu hoch, erfasst er mit einem Radius von etwa sechs bis acht Metern die Straße und den Gehweg rund um die Leuchte gut.
00:07:49: An anderen Stellen verwendet man Radarsensoren – etwa an Kreuzungen!
00:07:54: Sie messen das Verkehrsvolumen und regeln dann die Helligkeit vieler Leuchten zum Beispiel entlang der kompletten Ortsdurchfahrt.
00:08:02: Die Technologie, die die Leuchen miteinander vernetzt ist keine Raketenwissenschaft sondern ein klassisches Mesh-Netzwerk.
00:08:09: Sowas haben viele daheim im WLAN.
00:08:13: Die elektronischen Komponenten der Straßenlaternen sind der Hitze, Kälte und Feuchtigkeit ausgesetzt.
00:08:19: Wenn was ausfällt meldet es meist die Software.
00:08:22: Manchmal tun das auch Passanten.
00:08:24: Es gibt ein Störungsportal wo man jederzeit eine kaputte Laterne melden kann.
00:08:29: Diese Meldungen ploppen im System hoch.
00:08:31: Wir können gut reagieren sagt Fabian An kritischen Stellen wie Zebra Streifen wird meist während eines Tages nachgebessert.
00:08:40: Weniger wichtige Leuchten werden auf größeren Touren innerhalb der nächsten Wochen bearbeitet.
00:08:46: Nicht immer und überall stößt die neue Technologie nur auf Freunde, manchmal bleiben Bereiche im Dunkeln, die früher hell waren – das wird stellenweise als Nachteil erlebt, etwa wenn Menschen es gewohnt waren private Fahrradständer beleuchtet zu bekommen.
00:09:01: Wenn Post- und Zeitungsboden im Dunkel standen, als sie von der Straße hinter das Haus liefen weil der Sensor zu fix wieder abdunkelte.
00:09:09: Solche Probleme sind lösbar.
00:09:11: Für die Postboten hat man einfach die Zeitspanne verlängert, in der die Lampen hell bleiben.
00:09:17: Ganz am Anfang direkt nach der Umstellung und bevor eine Leuchte ins Steuerungssystem integriert wird ist sie immer sehr hell!
00:09:25: Die Regulierung und Dimmung folgt etwas zeitversetzt – die Stadtwerke bitten darum etwas Geduld.
00:09:31: Manchen Anwohnern blieb es auch danach zu hell im Wohnzimmer.
00:09:35: In solchen Fällen kann es helfen den Kopf der Leuchte und den Lichtkegel anders auszurichten.
00:09:40: Viele Anpassungen können Fabian und seine Kollegen direkt vom Schreibtisch ausmachen, für andere fährt ein Team hin.
00:09:48: Aber klare Ansage – wer irgendein Problem mit der Straßenbeleuchtung hat soll sich melden!
00:09:54: Das Team der Stadtwerke versucht dann zu helfen.
00:09:57: Dazu kann man einfach online eine Störmeldung auffüllen und ins Textfeld sowas eingeben wie Schlafzimmer zur Hell-Dingsterstraße, erster Stock.
00:10:06: Das Einzige was die Stadtwerke nicht beeinflussen können.
00:10:09: manchmal wachsen Sensoren zu dann funktionieren sie nicht mehr richtig.
00:10:14: aber privates Grün an Laternen dürfen die Stadt Werke nicht anfassen.
00:10:18: das müssen die Eigentümer machen.
00:10:20: habt ihr eine zugewachsene Laterne?
00:10:22: Dann schneidet Sie bitte frei.
00:10:25: und wer hat am Ende etwas von dieser innovativen Straßenbeleuchtung?
00:10:29: viele Das Klima, dank des eingesparten CO-Zweih.
00:10:34: Kosten für die öffentlichen Kassen zu senken ist ebenfalls sinnvoll!
00:10:38: In Tübingen profitieren Menschen weil sie sich bei gutem Licht sicherer fühlen wenn sie nachts unterwegs sind.
00:10:45: Licht erfüllt ein Bedürfnis nach Sicherheit.
00:10:47: Dunkelheit sorgt für unbehagen.
00:10:49: Sind potentielle Gefahrenorte gut beleuchtet kann man sie leicht erkennen.
00:10:54: Ein nächtliches Gegenüber einschätzen und eventuell ausweichen.
00:10:58: Man sieht besser und wird auch besser gesehen, sagt Fabian.
00:11:02: Wer ebenfalls was davon hat – Tiere und Pflanzen!
00:11:06: Ist die Lichtfarbe wärmer oder das Licht dunkler?
00:11:09: werden weniger Insekten angezogen?
00:11:11: Moderne Lampen sind so gebaut dass das Licht nur nach unten strahlt, das reduziert die Lichtemissionen.
00:11:18: Die neuen Lampengehäuse werden nie heißer als vierzig Grad.
00:11:22: Außerdem müssen Leuchten dicht sein damit keine Insekte hinein können und sterben.
00:11:27: Ganz konkret profitieren in Tübingen auch Fledermäuse.
00:11:31: Im Schloss lebt eine geschützte Kolonie, während ihrer Brutzeit dimmt man die Lampen entlang der Flugschneise auf Null – wenn ein Mensch vorbeikommt wird es heller aber nur kurz!
00:11:41: Auch für Pflanzen ist es besser nicht unnatürlich beleuchtet zu werden.
00:11:46: Künstliches Licht verändert wann sie im Frühjahr austreiben und wann Sie im Herbst ihre Blätter abwerfen.
00:11:52: Lichtrezeptoren steuern bei den Pflanzen Keimung, Wachstum Blüte Samenbildung und Alterung.
00:11:58: Greift man in die natürliche Prozesse ein kann das Krankheiten begünstigen.
00:12:03: Fazit weniger Strom weniger CO-Zwei weniger Lichtverschmutzung.
00:12:09: Bislang funktionieren die neuen Leuchten sehr gut und zuverlässig aber klar mehr Technik gleich mehr Risiken dass was ausfällt wie beim modernen Autos.
00:12:18: tolle Assistenzsystem bringen mehr Sicherheit und mehr Fehler.
00:12:23: Während Tübingen umrüstet, entwickelt sich die Technik stetig weiter.
00:12:28: Fabian und sein Team stellen gelegentlich um auf neue Bauteile – so ist das unter Pionieren!
00:12:34: Die Tübinger gehören schließlich zu den ersten, die Langzeit Praxiserfahrungen sammeln.
00:12:39: Die Fachwelt guckt hin, berichtet Fabian.
00:12:42: Er sieht das Beispiel Tüvingen durchaus gern in Branchenmagazinen.
00:12:46: Hauptsache?
00:12:47: Die Umrüstung kommt weiter gut voran.
00:12:53: Das war Stadtwerk
00:12:55: Fluss,
00:12:56: der Podcast der Stadtwerke Tübingen.
00:12:59: Vielen Dank fürs Zuhören!
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