Aus dem Geschichtsbuch der E-Mobilität
Shownotes
Vor über 100 Jahren war die Technik fast so weit wie heute! Das stellte Veronika zufällig fest, als sie für einen Beitrag zu neuen Entwicklungen bei E-Autos recherchierte, und war fasziniert. Tatsächlich gab es schon um 1900 Elektromobile in Europa und den USA – mit Reichweiten von 100 bis 200 km. E-Autos und Verbrenner lieferten sich damals einen Kampf um die Vorherrschaft auf den Straßen. Phasenweise lagen die E-Autos vorn. Auch in Tübingen waren einige unterwegs. Warum verschwanden sie dann wieder? Kommt mit auf eine Zeitreise in die Automobilgeschichte! blog.swtue.de
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00:00:01: Willkommen bei Stadtwerk Fluss, dem Podcast der Stadtwerketübingen.
00:00:07: Schau mit uns hinter die Kulissen.
00:00:08: Erlebe spannende Einblicke und aktuelle Geschichten.
00:00:12: Viel Spaß beim Hören!
00:00:30: Machst du uns fürs Kundenmagazin einen Beitrag zur E-Mobilität?
00:00:34: Wir würden gern mit einigen Irrtümern und Vorurteilen aufräumen, hieß es von den Stadtwerken.
00:00:39: Na klar!
00:00:40: Ein bisschen Sendung mit der Maus mache ich immer gerne.
00:00:43: also habe mich neulich hingesetzt und Inhalte zusammengetragen aktuelle Infos zu Reichweiten von E-Autos neue Ladepunkte in Tübingen ein paar Vergleiche mit den Anfangsjahren Und plötzlich... Plötzlich werden meine Augen groß und ich komme aus dem Staunen nicht mehr
00:00:59: heraus.".
00:01:01: Daran ist Johannes Schuld, Johannes Schmidt.
00:01:04: Der bei den Stadtwerken das Sachgebiet urbane Entwicklung- und Innovationsmanagement verantwortet.
00:01:09: Er schickt mir eher nebenbei auch Links zu Texten bei Spiegel online.
00:01:14: Soll ich mal anschauen?
00:01:15: Das sei recht spannend sagt er!
00:01:18: Das war die Untertreibung des Jahrhunderts.
00:01:21: Staunend lese ich wie es um's Jahr nineteen Hundert aussah mit der E-Mobilität.
00:01:26: richtig gehört Anno, nineteenhundert gab es bereits Elektroautos.
00:01:31: In Europa und in den USA!
00:01:34: Und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurden Serien hergestellt.
00:01:37: Technik-Historiker berichten das es um nineteenhundert sogar schon mal einen Zweikampf gab Um die Vorherrschaft auf den Straßen.
00:01:45: Auch damals hieß es E-Autos gegen Verbrenner.
00:01:49: Phasenweise lagen die E- Autos wohl vorn.
00:01:51: Zehntausende E-Flitzer surten um neunzehnhundertzehn durch die Metropolen Diesseits und jenseits des Atlantiks.
00:01:59: Auch der deutsche Kaiser Wilhelm besaß einen.
00:02:03: Die damaligen E-Autos hatten Reichweiten von einhundert bis zu zweihundert Kilometern, und sie waren schnell!
00:02:10: Ein E-Flitzer stellte eighteenhundertneunzig den neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf – erfuhr onehundertfünf Stundenkilometer.
00:02:19: Es gab damals E- Autos die hatten neben Scheinwerfern auch elektrische Innenbeleuchtung und sogar Fußheizung.
00:02:27: Ist das zu fassen?
00:02:28: Ich habe all das nicht gewusst.
00:02:30: Bildungslücke bei mir?
00:02:32: Ich frage herum, bei überzeugten E-Auto-Fahrerinnen, bei engagierten Hobbyhistorikern alle schütteln unglaublich den Kopf!
00:02:41: Außer Johannes – dem Fachmann bei den Stadtwerken scheint einfach niemand was von dieser ersten Blütezeit der Emobilität zu wissen.
00:02:49: Obwohl die Infos online leicht zu finden sind aber... Vielleicht sucht einfach niemand nach E-Mobilität um nineteenhundert.
00:02:57: Alle die ich frage sind elektrisiert, sorry für das Rotspiel und wollen sofort mehr wissen!
00:03:04: Und bei den meisten kippt dann schnell die Stimmung und sie werden ärgerlich.
00:03:09: Echt jetzt?
00:03:10: So weit waren wir damals
00:03:11: schon?!
00:03:12: Was wäre heute wenn und warum?
00:03:15: um Gottes Willen wurde so viel Zeit vertan?
00:03:18: Haben wir wirklich ganze hundertundzwanzig Jahre lang die Chancen auf technologische Weiterentwicklungen verpennt?
00:03:25: Denn schon kurz nach nineteenhundert waren sich viele Experten einig, Die Technologie der Zukunft ist gefunden.
00:03:33: Autos werden elektrisch fahren.
00:03:36: Davor war es einige jahrelang ziemlich hin und her gegangen.
00:03:39: Es gab bereits Benziner Weißmann.
00:03:42: Den deutschen Kindern erzählt man gern die Geschichte der mutigen Pionierin Bertha Bens.
00:03:48: Was ich jetzt erst erfahre, Benziner galten anfangs als eher schwach langsam und schmuddelig.
00:03:54: Den Brennstoff dafür musste man in Apotheken besorgen.
00:03:57: Es gab ernst zu nehmende Alternativen Holzantrieb Dampfmotoren Und welche mit Druckluft.
00:04:05: Vor allem in den USA waren Elektromobile damals verbreitet bereits im Jahr Aber auch europäische Erfinder und Hersteller mischten mit.
00:04:21: Das erste deutsche Elektroauto baute die Kurburga-Maschinenfabrik Flocken, aus den letzten Jahren.
00:04:28: Wegweisend war ein gewisser Ferdinand Porsche.
00:04:31: Der stellte in den vergangenen Jahren ein Elektroautofor und zwei Jahre später eines mit Hybridantrieb – ein Allradfahrzeug.
00:04:41: In den letzten Monaten gründete sich auch ein Vorläufer des heutigen ADAC.
00:04:46: Der erste Präsident Adolf Klose skizzierte in seiner Antrittsrede, dass die Welt der Motorfahrzeuge in Zukunft drei geteilt sein werde.
00:04:58: Und das war nicht mal Zukunftsmusik, sondern beschrieb die damalige Normalität ordnet der Spiegel ein.
00:05:49: Die Strecke führte von Paris nach Rouen, etwa hundertdreißig Kilometer.
00:05:57: Bei dem Event sahen die Schaulustigen sehr unterschiedliche Konzepte.
00:06:02: Eingeladen hatten die Organisatoren nämlich relativ offen zu einem Concours de Voiture Sanschvaux – zu einem Rennen für Fahrzeuge ohne Pferde.
00:06:12: Siebenundachzig solcher Fahrzeugen wurden von ihren Konstrukteuren angemeldet.
00:06:16: Man gruppierte sie in sagenhafte zwanzig Kategorien.
00:06:20: Die größte Gruppe waren bereits die Benzin-Fahrzeuge, drei sich verschiedene Modelle traten hier an.
00:06:26: Hinzu kamen Druckluftfahrzeuge – allerhand hydraulische Antriebe, ein Fahrzeug war Pedal getrieben.
00:06:33: Andere nutzten einen System Multipler Hebel.
00:06:37: Antrieben mit Dampf gab es zu jener Zeit.
00:06:39: zwar grundsätzlich aber Sie wurden in Omnibussen verbaut die man in der Stadt und auch über Land einsetzte.
00:06:46: Das klappte sehr gut!
00:06:48: Für den Individualverkehr wären Dampfmotoren zu schwer gewesen, und auch zu teuer.
00:06:53: Bei dem legendären Rennen, aus den letzten Jahren war kein Dampfer dabei.
00:06:58: Aber Elektroautos?
00:07:00: Yep – die waren dabei!
00:07:02: Immerhin fünf verschiedene Modelle, die sich die Distanz von hundertdreißig Kilometern zutrauten.
00:07:08: Hundertdreizig?!
00:07:09: Da kommt man ja heute direkt ins Grübeln... Eine Freundin aus Stuttgart-Degaloch besucht mich regelmäßig in Thübingen.
00:07:16: Sie fährt einen gebraucht gekauften E-Smart, den sie liebt aber dessen Akkusi misstraut.
00:07:22: Ich schlug ihr mal einen Winterspaziergang mit Kuchenessen in Goma-Ringen vor – da winkte sie ab!
00:07:27: Das wäre von Stuttgard aus nochmal zehn Kilometer mehr hin und zurück also zwanzig insgesamt fast hundert Kilometer und das Ganze noch im Winter?
00:07:36: Lieber nicht!
00:07:38: Anfang des zwanzichsten Jahrhunderts lief es noch eine ganze Zeit lang gut für die E-Mobile.
00:07:43: Kein Wunder!
00:07:45: Elektrizität war in den Städten auf dem Vormarsch.
00:07:48: Batterien kannte man schon eine Weile, Bleiakus waren in den Achtzehnhundertfünfzigern erfunden worden.
00:07:54: Die Dinger waren schwer aber durchaus leistungsfähig.
00:07:58: Es gab öffentliche und private Ladestationen auch solche in zentralen Gemeinschaftsgaragen.
00:08:04: Und welche Handicaps hatten die Ehefahrzeuge aus Urgroßmutters Zeiten?
00:08:10: Da schmunzelt man heute beim Lesen verständnisvoll solidarisch.
00:08:14: Das Laden dauerte arg lang, klagten die Nutzer und die Reichweite war auch nicht der Brüller.
00:08:21: Von den Modellen, die bei einer Automobilmesse, in Berlin gezeigt wurden, bewältigten die meisten zwischen sechzig-und hundert Kilometern, manche auch hundertdreißig bevor sie neu geladen werden mussten.
00:08:34: Huy!
00:08:35: da ist ein Jahrhundertlang nicht viel passiert.
00:08:39: Erst seit wenigen Jahren ändert sich das ja deutlich.
00:08:42: Und während einige Teslas und Mercedes jetzt schon weit über siebenhundert Kilometer weit kommen, werden auch noch immer Modelle verkauft, deren Reichweite zwischen zwei- und dreihundert Kilometern liegt.
00:08:53: Übersicht gibt die Webseite des ADAC.
00:08:57: An ähnlichen Praxisproblemen wie heute haben die Tüftler früher auch schon gearbeitet.
00:09:03: Auf der Berliner Automobilmesse, Achtzehnhundetneuneunzig wurden bereits Schnellladestationen vorgestellt.
00:09:09: Ein anderer Anbieter zeigte mobile Stationen zum Laden an nahezu jedem Standort.
00:09:15: Gleich mehrere Firmen hatten Tauschakkus im Angebot, mit wenigen Handgriffen war getauscht.
00:09:20: dann konnte man binnen Minuten einfach weiterfahren.
00:09:24: Vieles davon wurde tatsächlich erfolgreich umgesetzt.
00:09:27: vor allem Firmenflotten nutzten E-Fahrzeuge für ihre oft gut planbaren Aufgaben.
00:09:32: Berliner Stadtbussen Genügte vor gut hundert Jahren die Ladezeit über Nacht, um ihr komplettes Tagespensum von hundred-achtzig Kilometern zu fahren.
00:09:41: Mit fünfundzwanzig Stundenkilometern auf den Strecken – was damals als rasant galt!
00:09:47: Die Batterie, die das leistete, galt als leicht mit ihren dreikommer drei Tonnen Gewicht.
00:09:52: und auch damals sagten Ingenieure dass das Batterieproblem bald gelöst sein sollte.
00:09:58: kommt einem irgendwie bekannt vor.
00:10:01: Okay aber wie war das in Tübingen?
00:10:04: Tübingen bekam Ninzehundertzwei sein erstes Elektrizitätswerk.
00:10:09: Es war Dampfbetrieben und stand in der Nonnengasse am Rand der Altstadt.
00:10:13: Als Ninzehnhundertelf das Wasserkraftwerk am Neckar ans Netz ging, dachte man über eine elektrische Oberleitungsbahn für Tübingen nach – sie kam leider nicht übers Planungsstadium hinaus!
00:10:24: Es muss damals aber auch Elektrofahrzeuge in Tüwingen gegeben haben.
00:10:29: Im Archiv der Stadtwerke gibt es Fotos aus den Zwanzigerjahren Aus den neunzehnhundzwanziger Jahren die mehrere Ladestationen an der Firmenzentrale in der Nonningasse zeigen.
00:10:41: Wer war wohl damals mit E-Autos und Hübingen unterwegs?
00:10:43: Zumindest zwei kennen wir, sie wurden nineteenhundertsiebenzwanzig in einem kleinen offenen Elektrovagen der Stadtwerke fotografiert – die Monteure Emil Schula und Albert Kraus.
00:10:55: In den dreißiger Jahren gab es dann auch größere Elektrotransporter.
00:11:00: Unser Stadtarchiv ist hier leider überfragt!
00:11:03: Zwei Archivbesuche und allerhand Denkansätze haben nicht gereicht, um Informationen zu frühen E-Fahrzeugen aufzustöbern.
00:11:11: Sauber abgelegt findet man historische Dokumente über Reifenbeschaffung Strafzettel für Mitarbeiter des städtischen Fuhrparks oder die Beschlagnahmung von privaten Autos durch die Nazis.
00:11:22: Die Art des Antriebs lässt sich meist nicht entnehmen Und wenn dann geht es um Benzin oder Diesel.
00:11:29: Das erste Auto – so viel ist klar fuhr in Tübingen bereits im Jahr two.
00:11:35: Es gehörte Heinrich Metz, dem Fotopionier.
00:11:38: Tüwingen war offenbar auch eine Station der allerersten Herkommerkonkurrenz der ältesten Tourenwagen-Rallye der Welt.
00:11:48: Ein knapp tausend Kilometer langer Rundkurs führte aus München über Augsburg, Urach, Tüvingen, Baden-Baden, Stuttgart und Nürnberg zurück nach München.
00:11:57: Die drei Besten fuhren allesamt Mercedes.
00:12:00: Elektrofahrzeuge waren damals keine dabei.
00:12:04: Bald sollte das Pferde-Zeitalter aber auch in Tübingen enden, Autos wurden häufiger!
00:12:10: Die Gebrüder Möck hatten in den Jahren der Jungs eine kleine Autofabrik und stellten etwa achtzig Exemplare des Möcks her – teils zwei Sitzer, teils vier Sitzer – aber ohne Elektromotor.
00:12:23: Ebenfalls im Jahr der Jungen freute man sich über ein erstes Autohaus oder Autokaufhaus wie man sagte.
00:12:30: Lastwagen, Personenwagen, Motorräder, Ersatzteile und Zubehör gab es dort.
00:12:35: Außerdem konnte man verschließbare Garagen mieten.
00:12:39: Es lag an der Wilhelmstraße und damit am Nord-Südachse für den Durchgangsverkehr von Stuttgart nach Rottweil – ideal für alle die mit der neuen Mobilität Geschäfte machten.
00:12:50: Auch die meisten Servicebetriebe und Reparaturwerkstätten lagen dort etwa die der Familie Trautwein in der Karlstraße.
00:12:58: Keine der Aufzeichnungen hierzu verliert ein Wort über Elektroantriebe.
00:13:03: Ich finde, ein Foto von einer Tankstelle,
00:13:04: n.N.A.,
00:13:06: betitelt Auto-Elektrik und Tankställe.
00:13:10: Ob das bedeutet dass man dort Strom tanken konnte?
00:13:13: Niemand weiß es!
00:13:15: Das Stadtwerkearchiv bietet weitere Infos über frühe Elektromobilität zum Beispiel die ersten Jahrgänge eine Fachzeitschrift namens das Elektromobil.
00:13:26: Erstmals erschienen im Dezember, so mitten im Ersten Weltkrieg in Wien.
00:13:32: Der Einführungstext zeigt, dass der Elektrohype da schon ein bisschen relativiert war – er beginnt so!
00:13:39: Ich kürze den ellenlangen Schachtelsatz mal ab….
00:13:42: Es mag vielleicht unzeitgemäß erscheinen wenn man das Wagnis unternimmt in einer Zeit, in der das Benzinfahrzeug im Weltkrig seine Feuerprobe so glänzend besteht für ein anderes Kraftwagensystem einzutreten?
00:13:56: dass noch keine allzu große Verbreitung gefunden hat.
00:14:00: Es wird klar, das Elektromobil war in Europa schon der Außenseiter.
00:14:06: Das Ziel der Fachzeitschrift E-Mobilität in ganz bestimmten Bereichen zu fördern – Zitat In kleinen streng umgrenzten Gebieten würden die Nachteile der Benzin spürbar und genau da hätten Elektroantriebe ihre Stärken wo die Häufung von Kraftfahrzeugen mit Explosionsmotor Übelstände für die Bevölkerung sehr empfindlich macht, nämlich die Rauch- und Lärmplage.
00:14:36: Die Herausgeber empfehlen Elektrofahrzeuge für den Stadtverkehr.
00:14:40: In den leicht vergilbten Ausgaben bis Dezember, kann man auch nachlesen, wo die Interessenvertreter konkret ansetzen wollen.
00:14:49: Sie zeigen mit Grafiken das es nachts einen Überfluss an Strom gibt und man in dieser Zeit optimal Fahrzeuge laden könne.
00:14:57: Es gibt konkrete Kostenvergleiche, die Verfasser empfehlen das Elektromobil für Kurorte, für Ärzte im Einsatz, für die Feuerwehr, für Fracht- und Lieferverkehr.
00:15:07: In Anzeigen werden Hotel-Omnibusse gezeigt.
00:15:10: es geht um steigende Benzinpreise und billige Stadtfahrten Um die Luftqualität in den Innenstädten, um die guten Erfahrungen aus Chicago, um Bereifung & Reifenabnutzung Betriebskosten insgesamt.
00:15:25: Der letzte Text im Sammelband ist überschrieben mit der Wunde Punkt.
00:15:29: Ein Ingenieur aus Berlin schreibt, dass der größte Nachteil in der Akkumulatoren-Batterie und die Notwendigkeit der Mitführung einer solchen besteht.
00:15:39: Sie sei schwer, empfindlich, schränke die Nutzer ein – aber einen Killkriterium sieht er darin nicht!
00:15:47: Billiger müssten die E-Autos halt werden, schreibt ein anderer Autor vor mehr als hundert Jahren als E-Autos eindeutig zum Luxusegment gehörten.
00:15:56: Auch diese Diskussion kennen wir heute
00:15:58: gut.".
00:15:59: Ein Zitat!
00:16:01: Es ist noch nicht lange her, da lächelte man mitleidig über die Versuche elektrische Fahrzeuge einzuführen.
00:16:07: Es gab immer sogenannte Fachleute, die schnell fertig mit dem Urteil waren wenn es sich um die Ablehnung einer Sache handelte, die nicht in ihren Kram passte.
00:16:16: Schlagworte sind ja leicht gefunden und bekanntlich imponieren sie der großen Menge der unverständigen Ungeheuer.
00:16:23: Ein Text von heute?
00:16:25: Nein, er ist ein Hundertzehn Jahre alt!
00:16:29: Aber was passierte
00:16:30: dann?!
00:16:31: In welcher Versenkung sind die E-Fahrzeuge verschwunden?
00:16:35: Lange Zeit sah man Sie nur noch auf Golfplätzen oder mal als Gepäcktransporter in autofreien Ferienorten – was hat Ihre Entwicklung ein Jahrhundert lang ausgebremst?
00:16:45: Ein paar Faktoren wirken da zusammen….
00:16:48: Zwischen den zwei Weltkriegen gab es in den USA eine große Motorisierungswelle und parallel einen großen Erdölboom.
00:16:56: Ein Erfinder aus Ohio entwickelte den elektrischen Anlasser, bis dahin musste man Benziner mühsam ankurbeln – das viel weg!
00:17:04: Benziener wurden bequemer und alltagstauglicher.
00:17:07: bei der Reichweite hatten sie immer schon die Nase vorn gehabt.
00:17:11: Und noch ein weiterer Faktor dürfte am Ende eine Rolle dabei gespielt haben dass Benziner die E-Autos verdrängen konnten.
00:17:19: Das Image!
00:17:20: Damit hat sich Prof.
00:17:22: Reinhold Bauer beschäftigt, der an der Uni Stuttgart das Fachgebiet Wirkungsgeschichte der Technik leitet.
00:17:28: Er beschreibt, dass die Verbrenner vor hundert Jahren ein komplett anderes Image hatten als die zeitgenössischen Elektrofahrzeuge.
00:17:36: Ein Image, das etwas mit Männlichkeit zu tun hatte – das Benzinauto galt als Abenteuermaschine, als Maskulin, als Laut.
00:17:45: Aber Achtung!
00:17:47: Gerade weil es unzuverlässiger war, fand man es technisch spannend.
00:17:52: Die verlässlichen Elektromotoren empfand man hingegen als brav und langweilig.
00:17:57: In der Werbung zeigte man sie oft mit Frauen am Steuer – das E-Auto ein Frauenauto.
00:18:04: Wer einen Verbrenner fuhr, konnte sich damit ganz anders inszenieren.
00:18:08: Lustig ist auch.
00:18:09: diesen letzten Aspekt habe ich nun schon ein paar Mal privat weitererzählt Und immer haben Frauen auf die Infos komplett anders reagiert als Männer.
00:18:18: Das sollte man vielleicht in hundert Jahren noch ein weiteres Mal
00:18:21: testen.".
00:18:23: Johannes von den Stadtwerken ergänzt einen weiteren Aspekt.
00:18:27: Als es in den neunzehnhundetneunziger Jahren den zweiten großen Anlauf für E-Mobilität gab, wurde der von der Ölinnustrie mit Kampagnen und politischer Einflussnahme erstickt – sehen kann man das im Film BookHeld The Electric Car.
00:18:41: Der Innovationsmanager freut sich, dass die Mobilitätswende nun in Gang gekommen ist.
00:18:46: Im August, im Jahr zwei Tausendsechs und zwanzig war jede dritte Neuzulassung in Deutschland elektrisch.
00:18:53: Benzin- und Dieselantriebe machten zusammen nur noch siebenundzwanzig Prozent aus.
00:18:58: E-Fahrzeuge sind effizienter und günstiger im Betrieb.
00:19:02: Das Tübinger Ladennetz ist inzwischen sehr dicht – mehr als vierhundert öffentliche Ladepunkte betreiben die SVT außerdem bald Zweiundzwansich Schnellladepunkten!
00:19:11: Auch der Tybus wird zunehmend elektrifiziert.
00:19:14: Die Zwei-undzwanzig E-Busse gehören schon zur Flotte, zwanzig weitere kommen nächstes Jahr dazu.
00:19:20: Johannes ist überzeugt, dass Elektromobilität für viele Anwendungen die beste Technologie darstellt – vor allem wenn man bedenkt welche Fortschritte allein in den letzten fünfzehn Jahren erzielt wurden!
00:19:32: Nach einer Pause von hundert Jahren wohlgemerkt... Vielen Dank fürs Zuhören!
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